Schwache Konjunktur der Branche fordert Ideen

Germersheim: Nolte-Möbel setzt auf neue Kreationen und EDV-Technologie - Umsatzrückgang

Die konjunkturellen Schwierigkeiten, mit denen die Möbelbranche zu kämpfen hat, gehen auch an Nolte-Möbel in Germersheim nicht spurlos vorbei. Bisher gab es aber keinerlei Auswirkungen auf Personal oder Produktionsabläufe, erklärte der Geschäftsführer der Nolte Holding, Hans-Peter Baer. "Wir schreiben keine roten Zahlen".

Baer sagte auf Anfrage der RHEINPFALZ, dass die Umsätze bei Nolte-Möbel seit 1998 leicht rückläufig seien. Die Belegschaftszahlen würden aber bestätigen, so Baer weiter, dass diese konjunkturelle Schwäche der Branche keine Auswirkung auf die Beschäftigungslage im Germersheimer Werk habe. Seit 1997 stieg die Mitarbeiterzahl von 936 (darunter 33 Auszubildende) auf 953 (49) zum Jahresende 2000. In der Personalplanung für 2001 sei lediglich der Abbau einer einzigen Stelle vorgesehen.

Die hohe Zahl von Auszubildenden, so Nolte-Möbel Geschäftsführer, Karl-Heinz Weiß, entspreche der Philosophie des Unternehmens, in Ausbildung und Qualifizierung der Mitarbeiter zu investieren. Diese Ausbildung komme schließlich dem Unternehmen zu Gute, das fast alle Auszubildenden nach Abschluss der Lehre in Arbeitsverträge übernehme.

Zahlen zu dem Umsatzrückgang der letzten zwei Jahre wollte Holding-Chef Baer nicht nennen. Die Ursache sei die Flaute auf dem Möbelmarkt, dort jedoch von Segment zu Segment verschieden. Während Küchen und Mitnahmemöbel auch Dank erhöhter Exportquote noch einigermaßen zufrieden stellend abschnitten, sei der Bereich von Nolte-Möbel (Schlafzimmer, Schränke) schwieriger.

Dennoch gebe es für das Jahr 2001 eine positive Prognose. Baer rechnet mit etwa fünf Prozent Umsatzzuwachs und einer etwas darunter liegenden Steigerung beim Ertrag. Grund zum Optimismus sei einerseits die gute Resonanz des Handels bei der Messe im September. Andererseits habe Nolte-Möbel neue Segmente eröffnet, die eine Absatzsteigerung versprächen. Die Maßanfertigung bei Schranksystemen mache Nolte-Möbel beispielsweise zu einem Vorreiter im mittleren Preisbereich. Und das werde schon vor der eigentlichen Präsentation mit Bestellungen honoriert. Ebenfalls einen Schub erwartet Karl-Heinz Weiß von der Ausweitung der Produktlinie "Junges Wohnen".

Rund 13 Mio. Mark hat Nolte-Möbel laut Weiß in Technologie investiert, die sich in Qualitätsverbesserung und effektiverer Produktionssteuerung auszahlen sollen. "Die Informationskette geht jetzt direkt bis auf die Maschine", so Weiß. Damit sollen Zeit- und Reibungsverluste von der Bestellung bis zur Auslieferung der Möbel ausgemerzt werden. Außerdem könne der Kunde (Möbelhandel) jederzeit nachvollziehen, wo und in welchem Stadium sich seine Bestellung gerade befindet. Das gebe Termin- und Planungssicherheit. Außerdem sinke die Reklamationsquote, weil damit gleichzeitig jede Lieferung auf Vollständigkeit überwacht werde.

Er gehe davon aus, dass die Nolte-Handelspartner mit der Umstellung ihrer Warenwirtschaftssysteme auf Euro auch die Voraussetzungen schaffen, diese Informationstechnologie zu nutzen, sagt Baer. Weiß: "Nolte wird im Frühjahr zusätzlich im Internet Möglichkeiten bieten, mit denen der Endkunde seine Maßanfertigungen selbst planen und damit direkt zum Handel gehen kann."

Die beiden Geschäftsführer teilten am Rande des Gespräches mit, dass noch vor Weihnachten mit dem Bau des neuen Präsentations- und Verwaltungsgebäudes (wir berichteten) begonnen werden soll. Die Baugenehmigung läge vor. Nolte investiert dort rund acht Millionen Mark. Bereits im Bau befindet sich die neue Produktionsstätte der zur Nolte Gruppe gehörenden Firma Express (Schrankmontage). Dort, so hatte Baer im Sommer angekündigt, sollen rund 80 Arbeitsplätze entstehen.

Bis zum Frühjahr seien die mit Stand und Kreis vereinbarten Bedingungen der Wirtschaftsförderung beim Bau des neuen Spanplattenwerkes erfüllt, sagte Baer. Die zugesagten 73 Arbeitsplätze seine bis dahin besetzt, auch schwer vermittelbare Arbeitssuchende untergebracht. Baer: "Bis Ende 2001 werden wir im Spanplattenwerk wahrscheinlich 20 Arbeitsplätze mehr als ursprünglich vorgesehen haben".

Express GmbH & Co. KG, Germersheim

Express GmbH & Co. KG, Germersheim