Lichtdurchflutete Mall

„Haus-in-Haus“-Konzept prägend für Gesamtarchitektur

Zu einem modernen Baustoff-Fachzentrum gehört heute neben einem umfangreichen Lager mehr denn je eine ansprechende Präsentation der Produkte. „Die Kunden wollen bereits beim Kauf sehen, wie die Fliesen später in ihrem Badezimmer wirken“, erläutert Gerhard Ruhland, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Ruhland Kallenborn sein Erfolgskonzept. Genau auf diese Bedürfnisse zugeschnitten ist der Neubau des Firmensitzes. Die 4.000 m2 große Ausstellungsfläche ist in sechs thematische Segmente gegliedert. Das „Haus-in-Haus“-Ausstellungs-Konzept findet sich auch in der Außengestaltung wieder: Dort setzt ein mehrstöckiger Büroturm den entsprechenden Akzent.

Ein Bauwerk, das schon von der Straße aus alle Blicke auf sich zieht, ist der Neubau der Baustoff-Fachhandlung Ruhland Kallenborn in Ensdorf/Saarland. Auch aus der Nähe betrachtet hat das Gebäude einiges zu bieten. Nach Entwürfen des Kölner Architekten Hanspeter Kottmair hat die GRESCHBACH GmbH & Co. KG, Karlsruhe, den Gewerbebau - komplett mit Ausstellungshalle, Büroräumen und Lager - in nur acht Monaten Bauzeit schlüsselfertig erstellt.

Die umlaufende Glasfront im Erdgeschoss und das imposante Vordach über dem Eingangsbereich laden den Kunden zum Betreten ein. Durch die Baustoff-Ausstellung führt ihn eine zentrale „Flaniermeile“ – direkt vorbei an den verschiedenen Fachabteilungen mit ihren Beratungshäusern. Geleitet wird der Besucher vom Tageslicht, das durch ein fünf Meter breites Lichtband sowie einzelne Lichtkuppeln im Dach tief ins Halleninnere fällt.

Zur optischen Transparenz trägt auch die schlanke Konstruktion bei: Im Rasterabstand von 12,50 Metern verlaufen die Querträger (Außenraster 6,25 m), die als graziles Raumtragwerk ausgebildet sind. Versehen mit einem F-30-Anstrich erfüllt die Stahlkonstruktion alle erforderlichen Brandschutz-Vorschriften. Eine Be- und Entlüftung wird über die ins Dachoberlicht integrierte RWA-Anlage ermöglicht. Die Deckenheizung sorgt für eine gleichmäßig angenehme Temperatur in der ganzen Ausstellungshalle.


Haus-in-Haus-System

Mit dem Neubau hat das Familienunternehmen Ruhland Kallenborn auch ein völlig neues Ausstellungskonzept gewählt. Der lichtdurchflutete Raum ist ganz nach dem Vorbild einer amerikanischen Einkaufsmall gestaltet. Die Vielfalt der Materialien gliedert sich in sieben Themenbereiche: Baustoffe, Naturbaustoffe, Innenausbau/Dach, Bauelemente, Heizung-Sanitär-Fliesen sowie Garten. Die einzelnen Beratungszentren sind „Häusern“ nachempfunden. In ihren Fachausstellungen präsentieren sie die Produkte anschaulich in bereits mustergültig eingebautem Zustand. „Das macht den Ausstellungsbesuch zum Erlebnis“, freut sich Gerhard Ruhland. Über zusätzliche PC-Terminals und Monitore sind spezifische Informationen jederzeit abrufbar. Auch der Bodenbelag der Ausstellung besteht aus Musterprodukten, die so ganz selbstverständlich in die Architektur integriert sind. Für die Koordination der Baumaßnahmen und die Gestaltung der Ausstellung zeichnet die Innenarchitektin Ingrid Breyer verantwortlich.


Fassade mit Akzent

„Die äußere Fassadengestaltung mit dem dreistöckigen orangefarben verputzten Büroturm nimmt das Haus-in-Haus-Konzept auf“, so Architekt Hanspeter Kottmair, der auf die Planung von Baustoffhandlungen spezialisiert ist. Im Erdgeschoss des Turms bietet ein Kundenbistro Gelegenheit zum Verweilen. Die Büro- und Besprechungsräume der Geschäftsführung sind im ersten und zweiten Obergeschoss untergebracht.

Die Fassade von Ausstellungshalle und Lager besteht durchgängig aus einer Kassettenwand mit vorgehängter, horizontaler Aluwelle. Orangefarbene Lisenen nehmen die Firmenfarbe auf (Corporate Design) und gliedern die Außenansicht in harmonische Abschnitte.


Schwebende Büro-Empore

Eine weitere Besonderheit des Gebäudes: Der Bürotrakt ist als Zwischenstock „quasi schwebend“ in die Halle eingezogen. Die insgesamt 1.000 m2 große Einheit ist über eine Galerie zur Ausstellung hin geöffnet.

Zwischen Ausstellung und Lagerhalle befindet sich ein Mitnahme-Markt für Baustoffe. Darüber stehen Besprechungs- und Schulungsräume zur Verfügung, die für Informationsveranstaltungen genutzt werden.


Umfassende Lösung

Das Flachdach des Komplexes verfügt über eine mechanisch befestigte PVC-Dachbahn. „Das Lager-Gebäude wird zunächst als Kalthalle betrieben, die schon eingebaute Dach-Dämmung lässt später aber auch andere Nutzungen zu“, erläutert Norbert Tropf, Geschäftsführer der GRESCHBACH GmbH & Co. KG. Die tragenden Stützen der 2.000 m2 großen Lagerhalle sind in die Regale des Palettenlagers integriert. Es gibt also keine zusätzlichen Barrieren, die den Rangierradius der Gabelstapler zwischen den 3.000 Paletten-Stellplätzen beeinträchtigen. Auf den Bodenbelag aus Stahlfaserbeton wurde außerdem eine 10 mm dicke Korrodurschicht aufgebracht, um den Abrieb-Verschleiß durch die Befahrung mit Staplerfahrzeugen zu minimieren.

Großzügig dimensionierte Sektionaltore öffnen das Lager zum Parkplatz hin, so dass Profi- oder Privatkunden die Ware hier direkt und schnell verladen können. Damit dieser Prozess künftig unabhängig von Witterungseinflüssen ist, plant Ruhland Kallenborn demnächst die vollständige Überdachung der Be- und Entladezone.

So wird das Bild des Vorzeigeobjektes abgerundet: Vom Betreten der Ausstellung bis zum Verladen der Ware ein architektonisch durchdachter Gesamtkomplex. Damit verwirklicht das Gebäude das zeitgemäße Konzept eines modernen Baustoff-Fachhandels, in dem sich der Kunde in ansprechender Umgebung rund um das Thema Bauen beraten lassen kann.

Bauherr:

Ruhland Kallenborn
66806 Ensdorf

Architekt:
Mronz + Kottmair

50933 Köln-Müngersdorf


GRESCHBACH GmbH & Co. KG
76229 Karlsruhe


Fläche:
Ausstellung: 4.000 m2
Lager 2.000 m2
Büro 1.000 m2


Konstruktion:

Stahlkonstruktion im Raster 12,50 m
Fassadenraster 6,25 m,

Fassade:
- Ausstellung + Büro Kassettenwand mit horizontaler Aluwelle
- durch Lisenen in Firmenfarbe gegliedert
- Schaufenster mit Aluminiumprofilen, Büro Kunststoff-Fenster


Dach:
Flachdach, mechanisch befestigt


Bauzeit:
8 Monate